Tourismus

 

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Le tourisme serait-il un cancer, infiltrant et métastasé, qui détruit tout ce qu’il touche, et ce avec une prédilection pour le pittoresque et l’exceptionnel ? Wäre der Tourismus (vielleicht) ein Krebs, wuchernd und metastasiert, der alles zerstört, was er berührt, und das mit einer Vorliebe für das Malerische und das Einzigartige?
Vous connaissiez autrefois un joli bord de plage ? Bétonnée ! Un quartier historique charmant ? Muté en hypermarché à l’air libre ! Un restaurant typique connu depuis des générations ? Transformé en fast food. Y aurait-il au monde encore de beaux endroits épargnés par le cancer du tourisme ? Rien n’est moins sûr. Le charme des pays et des paysages est en voie d’extinction – comme les tigres, les orangs-outans et les ours polaires. Kannten Sie früher (einmal) ein hübsches Strandufer? Betoniert! Eine charmante Altstadt? In einen Open-Air-Großsupermarkt mutiert! Ein typisches Restaurant, bekannt seit Generationen? Verwandelt in einen Fastfood-Schuppen. Gibt es auf der Welt noch schöne Stellen, die vom Tourismus-Krebs unberührt sind? Das ist alles andere als sicher! (Nichts ist weniger sicher!) Der Charme von Ländern und Landschaften ist vom Aussterben bedroht – wie Tiger, Orang-Utans und Eisbären.
Une des 10 plaies de l’Égypte, c’étaient les sauterelles : « Elles recouvrirent la surface de toute la terre et la terre fut dans l’obscurité ; elles dévorèrent toutes les plantes de la terre et tous les fruits des arbres. » (Exode 10). Eine der 10 Plagen Ägyptens waren die Heuschrecken: „Sie bedeckten die Oberfläche des ganzen Landes, und das Land war in der Finsternis; sie fraßen alles Kraut im Lande und alle Früchte auf den Bäumen.“

 

Aujourd’hui, les sauterelles, c’est nous ! En quelques heures, nous sommes ailleurs – que ce soit en avion, en voiture ou en bateau de croisière – et nous débarquons peut-être même chez vous, en masse, bouleversant votre vie quotidienne. Personne ne proteste ? Forcément, puisque le monde entier veut vivre du tourisme ! De même que certains médecins vivent du cancer, certains pays vivent des touristes. Avec ses plus de 80 millions de touristes par an, à la France le pompon ! Die Heuschrecken sind heute wir! Innerhalb weniger Stunden sind wir überall – sei es mit dem Flugzeug, mit dem Auto oder auf Kreuzfahrtschiffen – und vielleicht gehen wir sogar bei Ihnen an Land, in Scharen, und stellen Ihren Alltag auf den Kopf. Niemand protestiert? Zwangläufig, da ja die ganze Welt vom Tourismus leben will! So wie manche Ärzte von Krebs leben, leben einige Länder von Touristen. Mit seinen mehr als 80 Millionen Touristen im Jahr schießt Frankreich den Vogel ab!
Les prix des fruits et légumes grimpent ? Tant pis pour les habitants du lieu ! Des gratte-ciel avec vue sur la plage ? Vive l’urbanisation de notre planète ! On offre des jeunes filles à la prostitution ? Fâcheux dommage collatéral, mais les hommes veulent baiser à moindre frais.

 

Die Preise für Obst und Gemüse steigen? Pech für die Einheimischen! Wolkenkratzer mit Strandblick? Es lebe die Verstädterung unseres Planeten! Wir bieten junge Mädchen zur Prostitution an? Unerfreulicher Kollateralschaden, aber die Männer wollen kostengünstig vögeln.
Vive la globalisation ? Partout la même malbouffe – hamburgers, kebabs et crêpes –, les mêmes fringues et bibelots, la même musique ? C’est à vomir d’ennui ! Cela vous arrive-t-il parfois d’en avoir marre de la globalisation ? D’avoir une terrible envie de lire des romans d’aventure et de vous replonger dans un monde où il fallait prendre des risques et souffrir pour franchir les longues distances (sans réservation sur internet), sans avoir la certitude qu’une fois arrivé, on trouverait un lit pour la nuit ? Existe-t-il encore en ce monde des lieux non globalisés (non américanisés) ? En ce cas, gardons-nous bien d’en parler ! Ne postez surtout pas de photos sur les « réseaux » sociaux !

 

Es lebe die Globalisierung? Überall das gleiche Junkfood – Hamburger, Kebab und Crêpes – die gleiche Kleidung und der gleiche Nippes, die gleiche Musik? Das ist zum Kotzen vor Langeweile! Passiert es Ihnen gelegentlich, dass Sie von der Globalisierung die Nase voll haben? Dass Sie einen schrecklichen Drang haben, Abenteuerromane zu lesen und wieder einzutauchen in eine Welt, wo man Risiken eingehen und leiden musste, um weite Strecken zurückzulegen (ohne Internet-Buchung), ohne die Gewissheit, dass man, einmal angekommen, ein Bett für die Nacht finden würde? Gibt es auf dieser Welt noch nicht-globalisierte (nicht-amerikanisierte) Orte? Dann hüten wir uns gut, darüber zu sprechen! Postet vor allem keine Fotos in den „sozialen“ Netzwerken!
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le tourisme der Tourismus
le cancer der Krebs
infiltrant infiltrierend, eindringend
métastasé metastasiert
détruire zerstören
tout ce que alles, was
toucher berühren
   
avec mit
la prédilection die Vorliebe
le pittoresque das Malerische
l’exceptionnel das Außergewöhnliche
autrefois früher, in früheren Zeiten
joli hübsch
le bord der Rand, das Ufer
   
la plage der Strand
bétonner betonieren
le quartier das (Stadt-) Viertel
historique historisch, Alt-
charmant reizend
muter mutieren
   
hypermarché m. Großsupermarkt
à l’air libre unter offenem Himmel
le restaurant die Gaststätte, das Restaurant
typique typisch
connu bekannt
depuis des générations seit Generationen
y aurait-il gäbe es; hier besser übersetzt mit: gibt es
   
un endroit die Stelle, der Ort
de beaux endroits schöne Stellen
épargner verschonen; sparen
rien n’est moins sûr nichts ist weniger sicher
le charme der Charme, der Reiz
le pays das Land
le paysage die Landschaft
   
l’extinction f. das Aussterben
être en voie d’extinction vom Aussterben bedroht sein
le tigre der Tiger
un orang-outan der Orang-Utan
l’ours m. der Bär
polaire polar
la plaie die Plage; die Wunde
   
l’Égypte f. Ägypten
la sauterelle die Heuschrecke
recouvrir bedecken
la surface die Oberfläche
l’obscurité f. die Finsternis, die Dunkelheit
dévorer verschlingen, fressen
la plante die Pflanze, das Kraut
 
un arbre ein Baum
aujourd’hui heute
en quelques heures in wenigen Stunden
ailleurs anderswo; hier: überall
que ce soit sei es
un avion das Flugzeug
la voiture das Auto
   
le bateau das Schiff
la croisière die Kreuzfahrt
débarquer an Land gehen
peut-être vielleicht
même sogar
chez vous bei euch, bei Ihnen
en masse in Scharen
   
bouleverser auf den Kopf stellen, erschüttern
quotidien täglich
personne hier: niemand
protester protestieren
forcément zwangsläufig
puisque weil, da (ja)
vouloir wollen
 
de même que ebenso wie
certains manche, gewisse
par an pro Jahr
le pompon der Bommel; hier: der Vogel, den man abschießt
le prix der Preis
grimper steigen
tant pis pour Pech für
   
un habitant der Bewohner
le lieu der Ort, die Stelle
le gratte-ciel der Wolkenkratzer
la vue die Sicht
l’urbanisation f. die Verstädterung
la jeune fille das junge Mädchen
la prostitution die Prostitution
   
fâcheux unerfreulich, ärgerlich
le dommage der Schaden
collatéral kollateral, Seiten-
baiser vögeln, bumsen
les frais m. die Kosten
à moindre frais kostengünstig
le kebab der Kebab
   
la crêpe die Crêpe
les fringues f. die Kleidung
un bibelot der Nippes
vomir kotzen
l’ennui m. die Langeweile
en avoir marre de die Nase voll haben haben von
la globalisation die Globalisierung
   
terrible schrecklich
une envie der Drang, die Lust
lire lesen
le roman der Roman
une aventure das Abenteuer
se replonger wieder eintauchen
il fallait man musste
   
prendre nehmen; eingehen
le risque das Risiko
souffrir leiden
long, longue lang, weit
la distance die Entfernung, die Strecke
sans ohne
la réservation die Buchung
   
franchir zurücklegen
la certitude die Gewissheit
une fois arrivé einmal angekommen
trouver finden
le lit das Bett
la nuit die Nacht
   
américanisé amerikanisiert
en ce cas dann, in diesem Fall
poster posten
surtout vor allem
pas de kein
la photo das Foto
le réseau social, les réseaux sociaux das soziale Netzwerk, die sozialen Netzwerke

Power-Listening

Laden Sie die GigaFrench-Audiodateien auf Ihr Smartphone (http://www.gigafrench.com/download) und folgen Sie den Anweisungen zum Power-Listening (siehe PDF).

Erinnern Sie bitte: Power-Listening besteht darin, eine Audio-Datei mit einem so genannten „AB Player“ in Abschnitte von 2, 3 oder 4 Sekunden zu zerlegen und sich diese Abschnitte 5, 10 oder sogar 15 oder 20 Mal anzuhören (Beispiele: langsame Audio-Datei, normale Audio-Datei). Lesen Sie dabei kontinuierlich den französischen Text.

Auf diese Weise werden Sie in wenigen Wochen

  1. verstehen, welches Wort welchem Sound entspricht;
  2. die Bedeutung der Wörter lernen;
  3. die korrekte Schreibweise der Wörter kennen.

Je nach Länge der Audio-Datei und je nachdem, wie oft Sie die einzelnen Abschnitte wiederholen, dauert eine AB-Runde etwa 20 bis 30 Minuten. In den kommenden Wochen wiederholen Sie diese AB-Runden für jeden Text 5, 7 oder 10 Mal. Mit anderen Worten: Sie werden jeden einzelnen Abschnitt am Ende bis zu 100 Mal hören. Schon bald kommt der Tag, an dem Sie, ohne den Text zu lesen, jedes einzelne Wort einer Audio-Datei verstehen. An jenem Tag haben Sie eine „Insel des totalen Verstehens“ erobert.

Die 8 Audio-Dateien dieser GigaFrench Deutschland–Ausgabe sind rund 20 Minuten lang. Um alle AB-Abschnitte (also die einzelnen Sätze, Halbsätze oder Wortgruppen) 100 Mal zu hören, braucht es etwa 30 Stunden. Nur 30 Stunden, um 20 Minuten Normal-Tempo-Französisch mit 2600 Wörtern zu verstehen, und zwar Wort für Wort. Was wünschen Sie mehr? Sie packen das in weniger als zwei Monaten. Gönnen Sie es sich!